„Keine Muslime in die USA“: Scharfe Kritik an Evangelist Franklin Graham

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Mehrere US-Evangelikale haben den Evangelisten Franklin Graham scharf kritisiert. Dieser hatte nach dem Terroranschlag eines Muslims auf Militäreinrichtungen in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) gefordert, die Einwanderung von Muslimen in die USA zu stoppen.

Die USA „sollten jegliche Einwanderung von Muslimen in die USA stoppen, bis sich die Bedrohung durch den Islam beruhigt hat“, hatte Graham auf seiner Facebookseite geschrieben – und dafür in dem sozialen Netzwerk viel Zustimmung erhalten (167.000 „Likes“, Stand 23. Juli). Der Evangelist weiter: „Wir werden von Muslimen angegriffen, im Ausland und hier in der Heimat […] Die Muslime töten, um ihre Religion und den Propheten Mohammed zu ehren.“ Jeder von ihnen habe das Potenzial, radikalisiert zu werden.

Für diese Aussagen hat Graham scharfe Kritik geerntet, auch bei Evangelikalen. Lynne Hybels, die Ehefrau von Willow-Creek-Gründer Bill Hybels warf ihm vor, „schreckliche Dinge“ über Muslime zu verbreiten. Hybel weiter: „Wenn er die muslimischen Frauen und Männer kennen würde, die ich kenne, hätte er so etwas nie gesagt.“

„Soll dies etwa ein christliches Zeugnis sein?, fragte Helen Lee, Mitherausgeberin beim evangelikalen Verlagshaus Intervarsity Press, via Twitter. Als „verabscheuungswürdig“ bezeichnete Tim Sweetman von der der evangelikal geprägten Schnellimbiss-Kette „Chick-fil-A“ Grahams Äußerungen. Brian Zahnd, Autor und Pastor der „Word Life Church“ warf Graham Fremdenhass vor. „Sieht er nicht, dass seine Aussagen unvereinbar sind mit Jesu Leben und Lehre?“ Greg Yao, Regionaldirektor bei „InterVarsity Christian Fellowship“, schrieb: „Als Evangelikaler und Amerikaner lehne ich Grahams Vorschlag strikt ab.“

Der muslimische Rechtsanwalt und Autor Qasim Rashid betonte in der „Huffington Post“, Graham radikalisiere durch seine Forderung die amerikanische Bevölkerung. Zumal die größte terroristische Bedrohung innerhalb der USA laut Statistik von weißen (nominell christlichen) Rechtsextremisten und Rassisten ausgehe. Zu deren Anschlägen würde Graham jedoch schweigen.

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