Rewe spendet Geld für Flüchtlinge und streicht Mitarbeitern Weihnachtsfeier

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Quelle: Unzensuriert

Wer bei Billa und anderen Ketten der Rewe einkauft, sollte bedenken, auf welche Kosten es wirklich billig ist. Foto: wikimedia - Yusuke Kawasaki - (CC BY 2.0)

Wer bei Billa und anderen Ketten der Rewe einkauft, sollte bedenken, auf welche Kosten es wirklich billig ist.
Foto: wikimedia – Yusuke Kawasaki – (CC BY 2.0)

Alle Jahre wieder – ereilen uns zur Weihnachtszeit geschickt lancierte Kampagnen großer Konzerne, die sich – zumindest nach außen hin – ein großes, wohltätiges Manterl umhängen. So erklärt uns auch der Lebensmittel-Multi Rewe (Billa, Bipa, Merkur, Penny, Adeg, Agm) auf einer seiner Internet-Seiten wortreich, dass man sich aus aktuellem Anlass bemüßigt fühle, das soziale Engagement zu steigern. Zu diesem Behufe spendiert man dem Flaggschiff unter den Elendsverdienern, der Caritas, (steuerlich absetzbare) 500.000 Euro.

Was der ergriffene Leser hier nicht erfährt, ist die Tatsache, dass Rewe sich seine Großzügigkeit durch Einsparungen bei den Mitarbeitern finanziert. So erfahren diese in einem Schreiben der Internen Kommunikation, dass man sich in Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation dazu entschlossen habe, heuer auf eine Zentralweihnachtsfeier zu verzichten. Das Geschäftsjahr sei zwar sehr zufriedenstellend gelaufen, aber dem Vorstand der REWE International AG sei es ein Anliegen, diejenigen zu unterstützen, die im Moment Hilfe dringend benötigen. (Bei Vergrößerung des Bildes unten ist  im roten Kasten die Passage erkennbar bzw. ist der Ausschnitt am Ende des Artikels zu sehen.)

Satte Gewinne, magere Logik

Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Kein logischer Grund zwingt Rewe dazu, den Mitarbeitern – noch dazu ungefragt – ihre Weihnachtsfeier zu streichen. Es sei denn, man will sich die fetten Gewinne durch vollmundige Wohltätigkeit nicht allzu sehr schmälern lassen und spart daher bei den Wehrlosen: den eigenen Mitarbeitern. Die werden sich einen Satz im Schreiben ganz besonders merken, nämlich jenen, in dem die Rewe AG ganz bescheiden von sich erklärt, dass sie sich ihrer sozialen Verantwortung schon lange bewusst ist.

Fragt sich nur, wem gegenüber. Denn wie Rewe im gleichen Schreiben ankündigt, will man noch heuer 20-30 Lehrstellen für Flüchtlinge schaffen und dafür eigene Integrationsklassen – über alle Handelsfirmen hinwegeinrichten. Das sei bisher nur vereinzelt gelungen, weil der böse Gesetzgeber Flüchtlingen lediglich eine Lehre in Mangelberufen zugesteht. Dagegen möchte Rewe nun angesichts der verschärften Flüchtlings-Situation auftreten und sich für eine Erleichterung der Abläufe seitens des Gesetzgebers einsetzen.

Migranten-Lehrlinge bevorzugt

Das heißt auf gut Deutsch nichts anderes, als dass sich einheimische Jugendliche, die einen der raren Lehrplätze suchen, nun auch noch gegen ganz offensichtlich bevorzugte Migranten durchsetzen müssen. Zumindest wenn es nach Rewe geht. Der ach so böse Gesetzgeber wird sich ja vielleicht etwas dabei gedacht haben, wenn er Einwanderer nur in Berufen arbeiten lässt, die chronisch unterbesetzt sind. Aber die stehen ja künftig für heimische Jugendliche bereit. Wer lange genug ohne Lehrstelle ist, der nimmt irgendwann einmal alles – auch wenn es ihm absolut nicht taugt.

Besieht man die Sache betriebswirtschaftlich, könnte man statt Nächstenliebe klares Kalkül hinter der Liebe zu Flüchtlingen sehen: Denn Lehrlinge aus dem Migranten-Milieu lassen sich möglicherweise leichter im Preis und bei den Arbeitsbedingungen drücken als gewerkschaftlich verbildete Österreicher.

Aktualisierung 26.11.2015:

REWE wurde offenbar in den sozialen Medien zahlreich mit diesem Artikel konfrontiert und wehrt sich mit einem Dementi, das allerdings am Kern weit vorbeigeht. Die neuen Entwicklungen haben wir in diesem Artikel zusammengefasst:

–> REWE nach Unzensuriert-Artikel in Bedrängnis: Kunden fordern zum Boykott auf

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