Stockerau statt Salzburg: Kurier bringt HC Strache für künstlerischen Abstieg Stembergers ins Spiel

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Quelle: Unzensuriert

Schauspielerin Katharina Stemberger kehrt Salzburg den Rücken. Sie spielt im Sommer in Stockerau. Foto: U.S. Embassy Vienna / flickr (CC BY-ND 2.0)

Schauspielerin Katharina Stemberger kehrt Salzburg den Rücken. Sie spielt im Sommer in Stockerau.
Foto: U.S. Embassy Vienna / flickr (CC BY-ND 2.0)
 

In einem Interview mit Katharina Stemberger versucht der Kurier auf lächerliche Weise, dem freiheitlichen Parteiobmann HC Strache die Schuld am künstlerischen Abstieg der Schauspielerin in die Schuhe zu schieben. Stemberger kehrt – dem Vernehmen nach auf eigenem Wunsch – den Salzburger Festspielen nach drei Jahren als Schuldknechts Weib im „Jedermann“ den Rücken. Sie spielt den Sommer über lieber in Goldonis „Diener zweier Herren“ bei den Festspielen in Stockerau. Der Kurier titelte aber: „Stemberger verlässt nach Strache-Protest `Jedermann`“.

Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung

Hintergrund der Story: Dem Kurier war es offenbar wichtig, noch einmal die Geschichte vom Sommer aufzuwärmen. Als die Musiker bei der Aufführung von „Jedermann“ FPÖ-Chef HC Strache im Publikum entdeckten, stimmten sie die „Internationale“ an – das Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung, die sich ideologisch und gemäß dem marxistischen Motto „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ dem proletarischen Internationalismus verpflichtet sieht.

Kindische politische Aktion

Die kindische politische Aktion der Künstler wurde vom Publikum als solche aber nicht erkannt oder als Störung empfunden. Dennoch distanzierte sich die Direktion der Salzburger Festspiele vom politischen Protest der Musiker. In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es:

Private oder politische Meinungskundgebungen der Künstler haben in keiner der Vorstellungen der Salzburger Festspiele die Billigung der Festspielleitung und wir haben das Ensemble ausdrücklich darauf hingewiesen, dergleichen in Zukunft zu unterlassen.

Dies ließ der künstlerische Direktor Sven-Eric Bechtolf wissen. Man entschuldige sich bei den Zuschauern für die Störung.

„Blau-braune Führungsriege“

Schauspielerin Katharina Stemberger aber legte nach. „Beim ‚Jedermann‘ müssen wir die blau-braune Führungsriege entdecken. Die Stimmung sinkt. Was machen unsere hinreißenden Musiker: Sie stimmen in der zentralen Tischgesellschaft-Szene die ‚Internationale‘ an! Ich liebe diese Truppe!!!“, wurde sie in einem Bericht der Salzburger Nachrichten zitiert.

Auf dem Besetzungszettel für 2016 scheint Katharina Stemberger nicht mehr auf. Der Kurier fragte sie, ob es ihre Entscheidung war, die Rolle als Schuldknechts Weib zurückzulegen. „Ja“, antwortete Stemberger, „drei Jahre Jedermann, drei Jahre in dieser Rolle – das war für mich genug. Zeit für etwas Neues, obwohl es natürlich eine tolle Produktion ist.“ Der Kurier hakte nach: „Haben Ihnen die Debatten nach den paar Takten Internationale die Entscheidung erleichtert?“ Darauf Stemberger: „Naja, ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich die Intendanz eines so angesehenen Festivals und Teile des Ensembles von dieser Aktion der Musiker öffentlich distanzieren würden…“

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