In Syrien getöteter Islamistenführer für westliche Medien Friedensstifter

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Quelle: Unzensuriert

Für viele westliche Medien sind Islamisten, die in Syrien gegen Baschar al-Assad kämpfen, immer noch "moderate Rebellen". Foto: Freedom House / flickr (CC BY 2.0)

Für viele westliche Medien sind Islamisten, die in Syrien gegen Baschar al-Assad kämpfen, immer noch „moderate Rebellen“.
Foto: Freedom House / flickr (CC BY 2.0)

Bei russischen Luftangriffen auf Vororte der syrischen Hauptstadt Damaskus kurz nach Weihnachten wurden ein hochrangiger Islamistenführer namens Zahran Alloush sowie fünf weitere Kommandeure getötet. Alloush war der Anführer der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam (Armee des Islam), eines Ablegers der radikalislamischen und Al-Kaida nahestehenden Al-Nusra Front. Westliche Medien zeigten sich kurz darauf regelrecht bestürzt über das Ableben des Islamisten.

Medien verklären Islamisten zu Friedensverhandler

Der Führer einer der größten Kampfeinheiten von Islamisten und Salafisten in Syrien – ihr gehören zwischen 15.000 und 20.000 Kämpfer an – wurde in den westlichen Medien kurzerhand zum großen Friedensverhandler hochstillisiert, durch dessen Tod nun ein mögliches Friedensabkommen in dem arabischen Land in Gefahr sei.

Hintergrund dieser Annahme ist ein „Abzugs-Abkommen“ zwischen der syrischen Regierung und Islamisten, wonach die besetzten Vororte von Damaskus wieder den Regierungstruppen unterstellt werden sollen. Nun wurde dieses Abkommen aufgrund des Todes von Alloush angeblich suspendiert. Trotzdem zogen einige hundert IS-Kämpfer nach Verhandlungen mit der Regierung aus den Vororten von Damsakus in Richtung al-Rakka ab.

Auch eine Stärkung der Verhandlungsposition von Syriens Präsident Bashar al-Assad bei den kommenden Friedensverhandlungen mit Oppositionsführern wurde hinter dem Angriff auf Dschaisch al-Islam vermutet. Fakt ist, dass der getötete Islamistenführer an diesen Verhandlungen ohnehin nicht teilgenommen hätte.

„Rebellen“ riefen zu Völkermord auf

Der nun getötete Zahran Alloush war Sohn eines saudi-arabischen Predigers und wurde am Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 bei einer Generalamnestie durch die syrische Regierung freigelassen. Er soll später unter anderem für Giftgasanschläge und Selbstmordattentate veranwortlich gewesen sein. Zudem rief er offen zum Völkermord an Schiiten und Alawiten auf.

Bei einer neuerlichen Offensive der syrischen Armee in den Vororten von Damaskus wurde ein zudem einweiterer Islamistenführer Namens Lid Muhammad al-Massam getötet. Er soll Anführer der Gruppe „Front der Revolutionäre Syriens“ gewesen sein. Beide Gruppen und deren Anhänger werden in den westlichen Medien immer wieder als „gemäßigte Rebellen“ oder gar „gemäßigte Islamisten“ bezeichnet.

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