Sexueller Missbrauch: Katholische Bistümer zahlen 6,4 Millionen Euro an Opfer

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Die 27 katholischen Bistümer in Deutschland haben in den vergangenen fünf Jahren mehr als 6,4 Millionen Euro an Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) in ihrer Mittwochsausgabe.

Seit 2011 können Opfer sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche einen Antrag auf Anerkennung und Entschädigung stellen. Bislang wurde laut Angaben der Bistümer gegenüber der NOZ an über 1.000 Antragsteller Geld ausgezahlt. Dabei seien sowohl finanzielle Entschädigungen gewährt als auch die Kosten für psychologische Behandlungen übernommen worden. Die meisten Anträge (129) gingen im Bistum Münster ein. 122 davon seien anerkannt worden.

Die große Mehrheit der Taten seien inzwischen verjährt, heißt es in dem NOZ-Bericht. Manche lägen bereits mehrere Jahrzehnte zurück. Deutschlandweit seien mehr als 860 Geistliche und kirchliche Laien des Missbrauchs beschuldigt worden. Zu diesem Punkt hätten allerdings nicht alle Bistümer Angaben gemacht.

„Bei den Opfern ist ein unauslöschlicher Schaden entstanden“, erklärte Heinrich Silies, Missbrauchsbeauftragter im Bistum Osnabrück gegenüber der NOZ. Deshalb komme es auch nicht in allen Fällen tatsächlich zu einem Antrag auf Entschädigung. Manche Opfer scheuten Zeit und Mühe oder könnten schlichtweg nicht über das erfahrene Leid sprechen.

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