Trotz heftiger Kritik an Hitler-Vergleich: Gratisblätter machen Strache-Gegner zum Helden

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Quelle: Unzensuriert

Auch auf Facebook versucht die Zeitung "Österreich", mit der "Wut-Rede" Stimmung gegen HC Strache zu machen. Foto: oe24.at / Facebook (Screenshot)

Auch auf Facebook versucht die Zeitung „Österreich“, mit der „Wut-Rede“ Stimmung gegen HC Strache zu machen.
Foto: oe24.at / Facebook (Screenshot)
Die Mainstream-Medien haben ihre Glaubwürdigkeit weitgehend eingebüßt. Ihre regierungsfreundliche Agenda stößt bei den Lesern auf Ablehnung. Diese wenden sich alternativen Informationsangeboten zu oder kommentieren die Propaganda in den etablierten Blättern entsprechend.

Ein „einfacher Bürger“ und seine „Wut-Rede“

Was also tun, wenn es gleichzeitig gilt, sich für Inseratenvolumina in Zig-Millionen-Höhe aus dem Regierungsbereich erkenntlich zu zeigen? Da braucht es glaubwürdige „Testimonials“. Wer würde sich da besser anbieten als ein „einfacher Bürger“, der frei von der Leber weg seine Meinung sagt? Eine „Wut-Rede“, allerdings nicht gegen die Regierung, sondern – besonders mutig – gegen die böse Opposition. Einen solchen Akt der Zivilcourage haben die Gratisblätter Österreich und Heute jetzt auf Facebook aufgespürt, inszeniert vom Fotografen Stefan Dokoupil, der sein Video-Selfie so einleitet:

Sehr geehrter Herr HC Strache. I bin weder links no bin i rechts. I bin afoch a Mensch. I bin a Mensch, der a ob und zua sei Hirn eischoit.

„Unser Opa“ fühlt sich an Adolf Hitler erinnert

Von diesem sympathischen Beginn ist es nicht weit bis zur Belehrung, dass sie Nazis die Juden auch(!) als „Unmenschen“ bezeichnet hätten. Dann breitet Dokoupil die Sorgen seines 86-jährigen Großvaters („unser Opa“) aus, der nicht mehr gut hört, aber den HC Strache „an den Adolf Hitler erinnert“, wenn er ihn im Fernsehen sieht. Der Faymann sei „ein Kasperl“, aber nicht gefährlich, Strache sehr wohl, „brandgefährlich“ sogar, weil er die Menschen aufhetze. Besonders wütend wird Dokoupil, weil Strache das sage, „wos die Leit hearn woin“. Wenn HC Strache an die Macht komme, werde er daher das Land verlassen samt seiner Familie, so der Fotograf.

Die etwas gekünstelte Erregung des Mannes dürfte dadurch hervorgerufen worden sein, dass HC Strache beim Neujahrstreffen der FPÖ Bundeskanzler Faymann als „Staatsfeind“ bezeichnet hatte. Die dafür vom FPÖ-Obmann zahlreich angeführten Gründe scheinen Dokoupil wenig zu tangieren. Strache nannte vor allem die fehlende Grenzsicherung, die eine unkontrollierte Einreise von Kriminellen und sogar Terroristen möglich mache. Viele halten das für „brandgefährlich“.

Fotograf „based in London“ – hinter dem hermetisch überwachten Eurotunnel

Dass sich der Video-Blogger davon nicht akut bedroht sieht, ist kein Wunder. Laut seinem Facebook-Profil hat er das Land nämlich bereits verlassen. „Stefan Dokoupil is based in London UK“, heißt es da. In Großbritannien also, das sich gegen die illegale Einreise von Asylanten über den Euro-Tunnel unter dem Ärmelkanal mit allen Mitteln wehrt, sodass auf der französischen Seite in Calais eine als „Dschungel“ verrufene Elendssiedlungillegaler Einwanderer entstanden ist, von wo aus die Immigranten immer wieder versuchen, an Bord von LKWs die angestrebten britischen Inseln zu erreichen.

Die Medien scheren sich um derlei Widersprüche wenig. Dokoupil ist für das Fellner-Blatt Österreich ein uneingeschränkter Held. „Wut-Rede gegen Strache wird Internet-Hit“, heißt es da über den „Fotograf aus Niederösterreich“. Die „Mehrheit“ teile Dokoupils Ansichten, es gebe aber auch Kritik. Um diese von vorneherein zu diskreditieren, zitiert Österreich zwei Beschimpfungen.

Beleidigende Antwort auf sachliche Kritik

Tatsächlich gibt es sehr viel sachliche Kritik unter dem Video – und ganz und gar unsachliche Reaktionen Dokoupils darauf. Eine Nutzerin fragt etwa:

Könnte mir bitte jemand erklären, was negativ daran sein soll, wenn ein Politiker in einer Demokratie (-> Volksvertreter) das ausspricht, was das regierte Volk hören will?

Als sie fast 48 Stunden später nachfragt, warum sie noch immer keine Antwort bekommen habe, schreibt Dokoupil:

Nun, weil es keinen Sinn macht jemanden das große ganze zu erklären….Dir zu erklären warum ist wie Perlen vor die Säue werfen!

Dennoch hebt auch die Zeitung Heute die Beleidigungen hervor, die Dokoupil für sein Video einstecken musste. Das Blatt ortet gar einen „Shitstorm gegen Fotograf, der Strache die Meinung sagt“. Und der Strache-Gegner wird zum unbeugsamen Helden stilisiert:

Der Urheber des Videos löscht diese Postings absichtlich nicht: Er will, dass die Welt sieht, wie weit Menschen gehen. Ein Versuch, das Video auf H.C. Straches eigener Facebook-Seite zu teilen, ist angeblich gescheitert. Ein User behauptet, das Video wurde umgehend dort gelöscht.

Untauglicher Versuch, sich Facebook-Dynamik zunutze zu machen

Wahrlich ungeheuerlich, dass der FPÖ-Obmann seine Facebook-Seite nicht seinen Gegnern, die ihn mit Hitler vergleichen, als Propaganda-Plattform zur Verfügung stellt! Das machen dafür ja Österreich und Heutebereitwillig. Schade nur, dass Facebook-Videos vor allem auf Facebook laufen und sich die Nutzer direkt dort ihre Meinung bilden – ganz unbeeinflusst von den Zeitungsredakteuren, die krampfhaft versuchen, die Dynamik der sozialen Medien für ihre politische Agenda zu nutzen.

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