Haben Sie sich bei der vergewaltigten 72-jährigen Frau schon entschuldigt, Herr Rauscher?

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Quelle: Unzensuriert

Immer noch wird das 72-jährige Vergewaltigungsopfer aus Traiskirchen im Standard der Falschaussage geziehen. Foto: derstandard.at (Screenshot)

Immer noch wird das 72-jährige Vergewaltigungsopfer aus Traiskirchen im Standard der Falschaussage geziehen.
Foto: derstandard.at (Screenshot)
Das vor wenigen Tagen gefällte Urteil ist rechtskräftig: Ein 18-jähriger Afghane muss für (nur) 20 Monate in Haft, weil er am 1. September 2015 in Traiskirchen eine 72-jährige Frau anal vergewaltigt hat. Der Tat überführt wurde er mittels sichergestellter DNA-Spuren.

Polizei und Medien im Vertuschungsmodus

Das Verbrechen wurde vier Monate vor den Kölner Sex-Attacken verübt. Damals waren Polizei und Medien noch darauf eingeschworen, jede von Asylanten begangene Straftat konsequent zu leugnen und zu vertuschen. So geschah es mit mehreren Vergewaltigungsfällen, über die unzensuriert.at dank Informationen aus der Bevölkerung berichtet hat.

Die Vergewaltigung der 72-jährigen Frau schaffte es jedoch sogar in die Mainstream-Medien. Die Zeitung Heute berichtetete bereits am 16. September, damals noch über einen unbekannten Täter. Die FPÖ zeigte sich – auch aufgrund des langen Schweigens der Behörden – schon damals skeptisch, vermutete die Involvierung eines Asylwerbers aus dem übervollen Lager in Traiskirchen und kündigte eine parlamentarische Anfrage an.

Rauscher sah in Vergewaltigung Beispiel für „rechte Mobilmachung“

Dann griff den Fall –am 8. November – auch Standard-Kolumnist Hans Rauscher gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Fabian Schmid auf – in einer langen Abhandlung mit dem Titel „Wie rechte Mobilmachung im Netz funktioniert“ und dem Ziel, angebliche rechte „Lügen“ über Verbrechen und undankbares Verhalten von Asylanten aufzudecken. Als Beispiel diente dabei auch der Vergewaltigungsfall, über den – laut Standard – eine „Dame aus Traiskirchen“, die „Müll auf den Straßen fotografiert und als Flüchtlingshinterlassenschaft ins Netz stellt“ berichtet. Ihr Zitat wird so wiedergegeben:

Diese jungen Männer kommen gut gekleidet, mit den neuesten Smartphones, das macht die Bevölkerung stutzig und teilweise wütend. Es wurde im Sommer eine 72-jährige Frau vergewaltigt, die ausgesagt hat, dass es ein Asylant war (inzwischen als Falschaussage bestätigt, Anm.). Uns wurden schon viele Privataufnahmen zugespielt, wie es zum Beispiel in Spielfeld momentan zugeht, was die Bevölkerung wirklich denkt und welche Ängste sie hat. Erkundigen Sie sich mal, was man so für einen Flüchtling an Geld bekommt. (Anmerkung des Standard durch unzensuriert.at hervorgehoben).

Was Rauscher und Schmid dazu trieb, dem Vergewaltigungsopfer eine „bestätigte Falschaussage“ zu unterstellen, geht aus dem Artikel nicht hervor, denn sie führen nicht an, wer ihnen gegenüber dies „bestätigt“ habe.

Keine zwei Wochen später wird der Täter jedenfalls überführt und viele  Medien berichten – wie auchunzensuriert.at – über einen (zur Tatzeit) 17-jährigen Asylwerber, der das Verbrechen begangen haben solle. Der Standard begnügte sich mit einer achtzeiligen Meldung, deren verräterischer Titel lautete: „Jugendlicher nach Vergewaltigung in Traiskirchen in Haft“.

Artikel steht bis heute ohne Fehlerhinweis im Netz

Noch beschämender ist jedoch, dass nach wie vor, ohne jede Korrektur ein Artikel auf derstandard.at steht, in dem eine nachweislich brutal vergewaltigte Frau der Falschaussage geziehen wird. Kaum vorstellbar, dass den beiden Journalisten die Verurteilung des Täters entgangen sein könnte, selbst wenn sie nur die eigene Zeitung lesen. Da erübrigt sich wohl die Frage: Haben Sie sich bei der vergewaltigten 72-jährigen Frau schon entschuldigt, Herr Rauscher?

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