Rettungsleute frieren im Winter: „Sind in Wien die Menschen weniger wert als Abfall?“

Gepostet am

Quelle: Unzensuriert

Medienwirksam stellte Stadträtin Sonja Wehsely 2015 die neuen Uniformen für die Berufsrettung vor. Doch bei den Mitarbeitern soll die "Schutzbekleidung" noch nicht angekommen sein. Foto: Walter Schaub-Walzer / PID

Medienwirksam stellte Stadträtin Sonja Wehsely 2015 die neuen Uniformen für die Berufsrettung vor. Doch bei den Mitarbeitern soll die „Schutzbekleidung“ noch nicht angekommen sein.
Foto: Walter Schaub-Walzer / PID
Die Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung verstehen die Stadtpolitiker nicht mehr. Einer wandte sich verzweifelt an die Unzensuriert-Redaktion:

Wir tragen immer noch die selben Uniformen wie vor zehn Jahren. Wir frieren immer noch im Winter. Wir knien immer noch ohne Knieverstärkung oft 30 Minuten am Betonboden während wir reanimieren!

Das Unglaubliche: Die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) hat sich bereitsim September 2015 grinsend mit den neuen Uniformen fotografieren lassen. Doch wo sind diese „Einsatzuniformen, die sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand sind“?

Stadträtin Wehsely ignoriert Presseanfrage

Seit 4. Februar versucht unzensuriert.at sowohl von Stadträtin Sonja Wehsely als auch direkt von der Berufsrettung eine Stellungnahme zu bekommen. Drei Mailanfragen blieben bis dato unbeantwortet. Frau Stadträtin spricht halt nicht mit jedem Journalisten. Schon gar nicht mit einem, der aufdecken möchte, was in der Stadt schief läuft. Und bei der Wiener Berufsrettung scheint einiges los zu sein, was die Mitarbeiter auf die Barrikaden steigen lässt. Dass die Rettungsleute bei Einsätzen frieren, dass die sogenannte Schutzbekleidung bei kleinster Beanspruchung reißt und dass sich die zuständige Stadträtin mit einer Uniformübergabe in der Öffentlichkeit präsentiert, die angeblich gar nicht stattgefunden hat, ist schlimm genug. Doch was auf die Berufsrettung ab Februar zugekommen sein soll, macht die Betroffenen wütend. Ein Insider berichtete unzensuriert.at:

Fahrzeuge der Wiener Berufsrettung werden ab Februar 2016 nur noch mit zwei, statt drei Sanitätern besetzt. Der komplette Bereich „Süd“, welcher die Stationen Arsenal, Atzgersdorf, Penzing und Simmering beinhaltet, wird auf Zwei-Mann-Betrieb umgestellt. Internen Gerüchten zufolge, sollen bis Ende des Jahres alle Rettungsfahrzeuge der Wiener Berufsrettung zu zweit ausfahren.

„Wir werden beleidigt, bespuckt und geschlagen“

Der Rettungsmitarbeiter zeigt sich ob dieser Regelung geschockt, denn in einer Zeit, wo es immer öfter gewalttätige Patienten oder Angehörige gebe, reduziere man das Personal:

Regelmäßig werden wir beleidigt, bespuckt und auch geschlagen. Regelmäßig wird uns die Mittagspause verwehrt, da es das aktuelle Einsatzaufkommen nicht zulässt. Weiters stellt sich die Frage, wer als Traghilfe hinzukommt, wenn die beiden Sanitäter mit der Bergung eines 150 kg schweren Mannes überfordert sind?

Dazu hätte unzensuriert.at gerne eine Antwort von Stadträtin Wehsely gehabt. Doch die SPÖ-Politikerin sonnt sich anscheinend lieber im Blitzgewitter der Pressefotografen, als sich den Problemen der Stadt zu stellen. So fragt sich auch der Rettungsmitarbeiter, der Menschen zu transportieren hat:

Sind in Wien die Menschen wirklich weniger wert als Abfall? Denn die MA 48 leert ja bekanntlich weiterhin unsere Mistkübel mit drei Mann aus.

Auskunft erhielt unzensuriert.at vom Vorsitzenden der AUF-Personalvertretung bei der Wiener Berufsrettung, Thomas Berl. Er bestätigte die Vorwürfe des Insiders sowohl was die Uniformen als auch die Zwei-Mann-Besatzung bei den Einsatzwagen betrifft.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s