Nordirak: Hilfsorganisation warnt vor dramatischer Lage christlicher Flüchtlinge

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Die Situation christlicher Flüchtlingsfamilien im Nordirak spitzt sich nach Angaben der syrisch-orthodoxen Ordensschwester Hatune Dogan weiter zu. In der irakisch-kurdischen Stadt Erbil lebten etwa 4.000 christliche Familien unter schwierigsten Bedingungen.

IIhnen fehle es an allem, vor allem an Medizin, sagte die Gründerin der Hilfsorganisation „Helfende Hände“ am Dienstag. Jesidische und christliche Kriegsflüchtlinge im nordirakischen Schingal-Gebirge hätten es noch schwerer und lebten außerhalb der offiziellen Flüchtlingslager mitten in der Wildnis, sagte die 45 Jahre alte Theologin. „Der Winter dort ist kalt, überall traf ich auf Frierende. Und besonders schwer ist es natürlich für die Kinder.“

Dogan gründete 2011 die „Schwester-Hatune-Stiftung – Helfende Hände für die Armen“. Nachdem sie selbst mit 14 Jahren wegen ihres Glaubens aus ihrem Heimatdorf im Südosten der Türkei fliehen musste, trat Schwester Hatune mit 18 Jahren in ein syrisch-orthodoxes Kloster im westfälischen Warburg ein und studierte an der Katholischen Fachhochschule Mainz.

Unterdrückung der Christen geht weiter

Bei ihrem jüngsten Besuch im Nordirak vor ein paar Tagen habe sie sehen müssen, wie die kurdische Regionalregierung die christlichen Familien nach der Flucht vor dem sogenannten „Islamischen Staat“ weiter unterdrücke, sagte Dogan. Sie habe den Eindruck, dass der Präsident der autonomen Region Kurdistan, Masud Barzani, die Christen verhungern lassen wolle.

Auch in den Flüchtlingslagern zwischen Zakho, Dohuk und Erbil habe sich die Situation dramatisch verschlechtert. „Man sagte uns, die Lager bekämen nur noch ein Viertel so viele Mittel wie noch vor einem Jahr.“ Viele der Flüchtlinge hätten sich deshalb auf den Weg nach Europa gemacht. „Am schlechtesten aber geht es weiterhin all denjenigen, die außerhalb der Lager um ihr Überleben kämpfen. Sie sind ganz auf die Hilfe ihrer direkten Nachbarn oder von privaten Spendern angewiesen.“

Dogans Stiftung unterstützt heute mit rund 5.000 freiwilligen Helfern verfolgte Christen im Nahen Osten und Bedürftige auf allen Kontinenten. Mittlerweile gilt Schwester Hatune als eine Art „Mutter Teresa“ für verfolgte Christen in islamischen Ländern. Für ihren Einsatz wurde die Ordensschwester 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

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