US-Bibliotheken: Bibel erstmals auf Liste beanstandeter Bücher

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Das „Büro für intellektuelle Freiheit“ der amerikanischen Bibliotheksvereinigung veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit den offiziell am häufigsten eingereichten Beschwerden über Bücher. Diese seien Versuche, bestimmte Werke aus Bibliotheken zu verbannen. Erstmals erscheint auf dieser Liste die Bibel.

Wie die „American Library Association“ (ALA) mitteilte, gab es im vergangenen Jahr 275 schriftliche Beschwerden wegen Bücher in öffentlichen Bibliotheken und Schulen. Beanstandet würden vor allem Gewalt und Sexualität. Erstmals findet sich unter den zehn am häufigsten beanstandeten Büchern die Bibel. Sie landete auf Platz 6.

James LaRue vom „Büro für intellektuelle Freiheit“ der Bibliothekenverbindung sagte gegenüber Associated Press, manche Menschen befürchteten, wenn eine Schule eine Ausgabe der Bibel kaufe, verletze dies die Trennung von Staat und Kirche. Diese Ansicht teile die „American Library Association“ nicht, solange die jeweilige Bibliothek die in der Bibel geschilderten Ansichten nicht explizit propagiere. Die Organisation dulde auch viele andere religiöse und nicht-christliche Bücher in den Regalen. So unterstützte die ALA etwa ebenso die Anschaffung des Koran, der Bhagavad Gita, das ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus, oder des Buches Mormon.

Aufklärung über intellektuelle Freiheit

Über einen möglichen Grund für die Beschwerden zur Bibel sagte LaRue: „Manchmal gibt es so etwas wie einen Vergeltungsangriff, wo eine religiöse Gruppierung ein Buch beanstandet hat, und dann antworten Eltern mit der Beanstandung der Bibel.“

Die Aufgabe des 1967 ins Leben gerufenen Büros für intellektuelle Freiheit ist es nach eigener Aussage, sich für die Einhaltung intellektueller Freiheit gemäß den Richtlinien der Bibliothekars-Vereinigung einzusetzen und Bibliothekare sowie die Öffentlichkeit über die Bedeutung von intellektueller Freiheit aufzuklären.

Auf der Liste mit den am häufigsten beanstandeten Büchern im Jahr 2015 landete auf Platz 1 das Buch „Looking for Alaska“ (Eine wie Alaska) des amerikanischen Schriftstellers John Green wegen seiner sexuell offensiven Darstellungen. Auf Platz zwei war das Buch „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, das im vergangenen Jahr sehr erfolgreich verfilmt wurde. Auf Platz drei landete „I Am Jazz“ von Jessica Herthel und Jazz Jennings, in dem es um ein Transgender-Mädchen geht. Der Grund für die Beschwerden gegen die Bibel lauten offiziell: „religiöser Standpunkt“.

Jedes Jahr erreichten das „Büro für intellektuelle Freihei“ hunderte Beschwerden wegen Büchern, wie die Organisation mitteilt. Sie würden von Gruppierungen oder Individuen eingereicht. Die Absicht dahinter sei es, die entsprechenden Bücher aus den Regalen von öffentlichen Bibliotheken und aus Schulen zu verbannen.

Auf der Liste mit den 100 am häufigsten beanstandeten Büchern befindet sich an erster Stelle „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald, gefolgt von „Der Fänger im Roggen“ von J.D. Salinger. „Ulysses“ von James Joyce findet sich auf Platz 6, „Lolita“ von Vladmir Nabokov auf Platz 11. Die Bibel fand sich bislang nicht auf der Liste.

(Quelle:Christliches Medienmagazin Pro)

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