Regierung, ORF und APA hielten Wahlumfragen mit Norbert Hofer als Favorit zurück

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Quelle: Unzensuriert

In der ORF-Sondersendung zur Bundespräsidentschaftswahl wurde hauptsächlich den Wahlumfragen die "Schuld" am Erfolg Norbert Hofers (FPÖ) gegeben. Foto: ORF Im Zentrum / Screenshot

In der ORF-Sondersendung zur Bundespräsidentschaftswahl wurde hauptsächlich den Wahlumfragen die „Schuld“ am Erfolg Norbert Hofers (FPÖ) gegeben.
Foto: ORF Im Zentrum / Screenshot

In der nach der Bundespräsidentschaftswahl am Sonntag stattgefundenenORF-Sendung „Im Zentrum Spezial“, gelangen einige pikante Details rund um die umstrittenen Vor-Wahlumfragen an die Öffentlichkeit. So soll es laut Wolfgang Bachmayer von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing (OGM), durchaus Umfragen gegeben haben, die Norbert Hofer (FPÖ) klar an der Spitze sahen, diese wurden aber sowohl vom ORF als auch der APA im Interesse der Regierung nicht veröffentlicht.

Thurnher kam in Erklärungsnot

Zunächst wurde in der Sondersendung des ORF lange und breit diskutiert, warum die Wahlprognosen so deutlich daneben lagen, und ob es zukünftig nicht klug wäre, Umfragen vier Wochen vor stattfindenden Wahlen generell zu verbieten. Die Argumentation der Moderatorin Ingrid Thurnher ging in die Richtung, wonach die Wahl maßgeblich durch die von Umfragen beeinflussten „strategischen Wählern“ entschieden wurde. Sowohl der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier als auch Wolfgang Bachmayer widersprachen Thurnher.

Bachmayer fügte zudem ein pikantes Detail hinzu, wonach es sehr wohl Umfragen gab die ein annähernd korrektes Ergebnis prophezeiten, diese jedoch weder der ORF noch die APA veröffentlichen wollte. Grund dafür dürfte die Regierung gewesen sein, die anscheinend unter allen Umständen verhindern wollte, dass Umfragen an die Öffentlichkeit gelangen die ihren jeweiligen Spitzenkandidaten schaden könnten. Thurnher wusste sichtlich nicht wie sie auf diese offenbar zutreffende Aussage reagieren sollte und kam ins Stottern. Die Moderatorin wechselte kurzerhand das Thema und konfrontierte den ehemaligen SPÖ-Politiker und Kommunikationsexperten Joseph Kalina mit dem angeblichen Rechtsruck der SPÖ, welcher das schlechte Abschneiden Rudolf Hundstorfers erklären würde.

Filzmaier: „Populismuskeule“ gegen FPÖ zieht nicht mehr

Einig waren sich nahezu alle anwesenden Experten in ihrer Verwunderung über den deutlichen Wahlerfolg des FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer. Die ehemalige Beraterin von Wolfgang Schüssel, Heidi Glück, meinte etwa, die FPÖ schaffe es momentan als einzige Partei die Sorgen aber auch Wünsche der Wähler in Österreich ernst zunehmen. Ebenso hätte den Wählern die neuartige Auffassung des Bundespräsidentenamtes durch Norbert Hofer gefallen, da dies einen Wandel in den festgefahrenen Strukturen des Landes verdeutlichen würde. Peter Filzmaier meinte gar, die stetig von der Regierung und den Grünen geschwungene „Populismuskeule“ gegen die FPÖ würde nicht mehr ziehen. Wäre die FPÖ nämlich tatsächlich so populistisch wie immer behauptet, müsste es gerade für SPÖ und ÖVP als Regierungsparteien einfach sein, mit kompetenter Arbeit dagegenzuhalten. Aber genau das Gegenteil sei der Fall. Das Argument der fehlenden Kompetenz in den Reihen der FPÖ verdeutliche sich viel eher in den Reihen der Regierungsparteien, so Filzmaier.

Ansonsten bemühten sich die geladenen Experten um Schadensbegrenzung: Das deutliche Ergebnis sei „eine letzte Warnung für die Regierung“ und nun müsse „endlich etwas geschehen“. Um Norbert Hofer und die FPÖ dennoch in gewohnter ORF-Manier in ein schlechtes Licht zu rücken, empörte sich Thurnher gemeinsam mit ihren Gästen über die Beglückwünschungen an den FPÖ-Spitzenkandidaten von angeblich „rechtsextremen Parteien aus Europa, wie der Front National“.

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