Eltern von Engerln besorgt: Bürgermeisterin feuerte Nikolaus wegen Facebook-Kommentar

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Quelle: Unzensuriert

Nikolos, wie hier auf dem Symbolbild, sollten auf politische Kommentare auf Facebook besser verzichten, wie jetzt ein Fall aus Bayern zeigt. Foto: weisserstier / wikimedia CC BY 2.0

Nikolos, wie hier auf dem Symbolbild, sollten auf politische Kommentare auf Facebook besser verzichten, wie jetzt ein Fall aus Bayern zeigt.
Foto: weisserstier / wikimedia CC BY 2.0

Jeder darf natürlich seine Meinung sagen, man muss dann aber auch mit den Konsequenzen leben.

Mit diesem Satz wird die Bürgermeisterin der Kreisstadt Mühldorf am Inn, Marianne Zollner, im deutschen Wochenblatt zitiert. In dieser Zeitung wird berichtet, dass der Nikolaus, der schon seit fast 30 Jahren am Mühldorfer Christkindlmarkt tätig ist, von der Bürgermeisterin gefeuert wurde, weil erauf Facebook etwas geteilt, geliket und kommentiert hat.

Plakate mit Aufschrift „Kinderehe = Kindesmissbrauch“

Durch diese Nikolaus-Affäre hängt der vorweihnachtliche Haussegen in der Stadt schief. Schuld soll der Mann sein, der in Mühldorf so etwas wie eine Nikolaus-Institution ist: Peter Mück. Und der tat nach Meinung von Bürgermeisterin Marianne Zollner Unverzeihliches: Mück unterstützte eine Aktion der so genannten „Identitären Bewegung“ (IB), die vor den städtischen und kirchlichen Kindergärten Plakate mit der Aufschrift „Kinderehe = Kindermissbrauch“ und dem, auf den deutschen Justizminister bezogenen Zusatz „Das Maas ist voll“ platzierten. Anschließend präsentierte die IB Fotos dieser Aktion. Peter Mück gefiel diese Aussage, was er mit einem Like und dem Kommentar „Gut gemacht Jungs“ zum Ausdruck brachte. Das Posting der IB wurde von ihm zudem geteilt.

Eltern von Engerln besorgt

Es haben sich Eltern von Engerln, die den Nikolaus begleiten, bei mir gemeldet und ihre Besorgnis darüber geäußert.

So schilderte Bürgermeisterin Marianne Zollner dem Wochenblatt den Anlass, weshalb sie Peter Mück am 14. November zu einem Gespräch bat. Ihr, so Zollner, ging es bei diesem Treffen vor allem darum, dass sich Herr Mück von der „Identitären Bewegung“ distanziere. Wörtlich wird sie im Wochenblatt so zitiert:

Einen Nikolaus, der sich anscheinend für so eine menschenverachtende und ausländerfeindliche Bewegung engagiert, kann ich als Bürgermeisterin der Stadt Mühldorf nicht vertreten.

„…dann müssen wir uns einen anderen suchen“

Peter Mück dagegen kam mit einer ganz anderen Wahrnehmung aus dem Gespräch. Diese tat er gegenüber dem Wochenblatt kund:

Es ging mir nur um die Aussage Kinderehe = Kindesmissbrauch, hinter der ich nach wie vor stehe. Das habe ich auch Marianne Zollner gesagt, die mich daraufhin mit großen Augen anschaute. In dem Gespräch hat mich die Bürgermeisterin gar nicht gefragt, wie ich zur Identitären Bewegung stehe – auch nicht ob ich Mitglied dort bin oder mit ihr sympathisiere. Es ging nur darum, ob ich mich von der Aussage Kinderehe = Kindesmissbrauch distanziere. Das habe ich nicht getan.

Daraufhin soll die Bürgermeisterin gesagt haben, „dann müssen wir einen anderen suchen“. Da half es auch nichts, dass Peter Mück versicherte, nicht fremdenfeindlich zu sein und dass er das Nikolausgewand niemals für irgendwelche politischen Aussagen missbrauchen würde. Ein Zurück gibt es für Peter Mück nach all dem Wirbel um seine Person nicht mehr, denn, so die Nikolaus-Institution von Mühldorf gegenüber dem Wochenblatt:

Dabei geht es nicht um mich. Aber ich will es den Engerln und allen anderen Kindern ersparen, dass mir jemand beim Süßigkeiten verteilen am Mühldorfer Christkindlmarkt hinterher ruft: „Da ist er ja der Nazi-Nikolaus!”

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