USA: Transmann klagt gegen katholisches Krankenhaus

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Im US-Bundesstaat New Jersey hat ein 33-jähriger Transgender ein katholisches Krankenhaus verklagt. Der Grund: Die Ärzte verweigerten ihm die chirurgische Entfernung seiner Gebärmutter.

Als Transgender bezeichnen sich Menschen, die sich nicht klar auf eine Rolle als Mann oder Frau festlegen können oder wollen; eine Person, die in einem weiblichen Körper geboren wurde, sich aber als Mann fühlt, bezeichnet sich als Transmann. Auf Jionni Conforti trifft das zu: Der 33 Jahre alter Transmann  wurde in einem weiblichen Körper geboren und besaß deswegen eine Gebärmutter. Diese wollte er sich im Zuge eines Gender-Wechsels entfernen lassen.

Im Jahr 2015 ging er zu diesem Zweck ins St. Joseph’s Regional Medical Center in Paterson, New Jersey. Dort teilte man ihm aber mit, dass die Ärzte des Hauses die Hysterektomie genannte Prozedur nicht durchführen würden, weil es sich um ein „katholisches Krankenhaus“ handele. Am Donnerstag hat Conforti, der durch die Nonprofit-Organisation „Lambda Legal“ vertreten wird, Klage eingereicht.

Kläger will finanzielle Entschädigung

In der Klage wird die E-Mail von Pater Martin Rooney, einem Verantwortlichen des Krankenhauses, zitiert, wonach der Eingriff an Conforti nicht durchgeführt werden könne, weil es sich um ein katholisch geprägtes Krankenhaus handele. Conforti argumentiert, in den Statuten für die Rechte von Patienten des Krankenhauses stehe festgeschrieben, dass medizinische Hilfe ohne Diskriminierung aufgrund von Gender-Identität angeboten werden müsse.

Drei Monate nach der Abweisung hat Conforti den Uterus in einem anderen Krankenhaus entfernen lassen. Doch er habe sich nach der Mitteilung des katholischen Krankenhauses betrogen gefühlt und sei in Depression verfallen, erklärt er. Der Kläger wünscht sich eine finanzielle Entschädigung für das Leid, das ihm angetan worden sei. Er weist darauf hin, dass viele Menschen mit Problemen der Gender-Identität selbstmordgefährdet seien. „Es erscheint manchen vielleicht wie eine kleine Sache, aber für eine Transgender-Person ist es das nicht. Das ist eine große Sache, die mir passiert ist. Ich möchte, dass sich etwas ändert. Ich will nicht, dass noch andere durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe“, zitiert ihn die in New Jersey ansässige Nachrichtenagentur NJ Media.

„Ich fühlte mich als Person völlig respektlos behandelt“, sagt Conforti, der seine Geschlechtsumwandlung im Jahr 2004 begann, laut der Nachrichtenagentur AP. „So sollte ein Krankenhaus einen Menschen nicht behandeln, egal, um wen es sich handelt. Ein Krankenhaus ist ein Ort, an dem man sich sicher fühlen sollte und wo man sich um einen kümmert. Stattdessen fühlte ich mich zurückgewiesen und erniedrigt.“ Ein Sprecher des Krankenhauses teilte am Donnerstag mit, seinem Arbeitgeber läge die Anklage noch nicht vor, daher habe er noch keine Antwort darauf geben.

Obamacare will Diskriminierung verhindern

Im August 2016 hatte der Generalbundesanwalt Ken Paxton eine Klage gegen das Bundesgericht vorgelegt. Paxton vertritt die „Franziskanische Allianz“, eine religiöse Krankenhausorganisation, sowie vier Bundesstaaten. Die Klage behauptet, eine Klausel gegen Diskriminierung des „Patient Protection and Affordable Care Act“ (Obamacare) verletzte die Religionsfreiheit von Ärzten. Denn sie zwinge sie, Eingriffe zur Gender-Umwandlung und Abtreibungen vorzunehmen.

Am 31. Dezember 2016 hat Reed O’Connor, Bundesrichter im US-Bundesstaat Texas, angeordnet, dass religiöse Krankenhäuser nicht gezwungen werden dürften, aufgrund von Obamacare Behandlungen entgegen ihren religiösen Bestimmungen durchzuführen.

Die neue Verordnung der Regierung von US-Präsident Barack Obama soll die Diskriminierung von Transgender-Menschen durch Ärzte, Krankenhäuser und Versicherungen verhindern. Menschenrechtsgruppen hatten die neue Regelung begrüßt, doch fünf Staaten, eine christliche Ärztevereinigung und ein Netzwerk von religiösen Krankenhäusern im Bundesstaat Indiana hatten gegen die Neuregelung geklagt. „Dieses neue Mandat stellt eine schwere Einschränkung der Religionsfreiheit dar“, sagte Bischof John Folda von der Diözese Fargo.

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